Dienstag, 5. April 2016

Neue Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen


„Früh übt sich ... Handwerk zum Spielen“



„Früh übt sich … Handwerk zum Spielen“ ist das Thema der Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Freilichtmuseum Hagen zeigt. Die Ausstellung lädt zu einer Reise in eine Handwerkswelt im Kleinen ein. Zu sehen sind Werkzeug- und Baukästen, Blechspielzeug und Spielkästen, Brett- und Kartenspiele, Spielfiguren sowie Bilderbücher aus den vergangenen 150 Jahren

„Der kleine Wagenbauer“ und „Die kleine Putzmacherin“ – so heißen Spiele, die um 1900 im Spielzeughandel angeboten wurden. Sie sind nur zwei von vielen Beispielen dafür, wie die Lebens- und Arbeitswelt der Handwerker für Kinder als „Handwerk zum Spielen“ dargestellt wurde. 
„Auf jeden Fall wurden über das Spielzeug bestimmte Bilder von Handwerkern und ihren Arbeiten vermittelt. Außerdem lässt sich erkennen, welche Vorstellungen mit Kindheit verbunden waren und wie die Rollen zwischen Jungen und Mädchen beim Spielen verteilt waren“, sagt die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Anke Hufschmidt.

Die Ausstellung beginnt damit, wo und wie Handwerker Kindern und Jugendlichen begegneten. Wer sie nicht aus der eigenen Familie oder der Nachbarschaft kannte oder ihnen bei anderer Gelegenheit bei der Arbeit zusah, traf sie spätestens in Bilderbüchern, Märchen, Liedern und Erzählungen.

Eine weitere Station in der Ausstellung steht unter dem Motto „Spielend arbeiten lernen“. Diese Präsentation macht deutlich, wie Handwerksberufe von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedene Arten von Spielzeug transportiert wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die deutsche Spielzeugindustrie zum Weltmarktführer. Die Spielzeugindustrie warb bei den Eltern mit dem pädagogischen Nutzen, den Spielzeug für Kinder und Jugendliche hatte. Viele Spiele sollten zu Arbeit, Fleiß und Ausdauer erziehen und die Geschicklichkeit konnte trainiert werden. Außerdem versprachen die Anbieter, über Spielzeug auch Bildungsinhalte zu vermitteln. Zweckfreies Spielen wurde dagegen kaum gefördert.

Holzhandwerke
Unter den Handwerksberufen „zum Spielen“ sind die Holzhandwerke häufig zu finden. Spielkästen wie „Der Schreiner“ und „Der kleine Wagenbauer“, aber auch Werkzeug- und Laubsägekästen luden in unterschiedlicher Realitätsnähe zur aktiven handwerklichen Nachahmung ein.   

Blechspielzeug
Blechspielzeug bildet einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Im Zentrum steht eine große Installation, bei der zwei Dampfmaschinen zahlreiche Maschinen antreiben.

Selbstgebautes
Die nächste thematische Einheit in der Ausstellung widmet sich dem selbstgebauten Spielzeug. Das im Handel angebotene Spielzeug war oft teuer oder entsprach nicht den Vorstellungen der Eltern. Deshalb wurden viele Väter und Mütter selbst aktiv und stellten Spielzeug für ihre Kinder her.  Die Spielzeugindustrie förderte zum Teil diesen Trend zum Eigenbau. Die angebotenen Laubsägekästen enthielten Werkzeuge und Vorlagen, mit denen der Nachwuchs selbst sein Spielzeug produzieren konnte.  

Schließlich zeigt die Sonderausstellung Brett- und Kartenspiele, die die Spielwarenindustrie seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in immer neuen Varianten auf den Markt brachte.  
Bei den Kartenspielen ging es um Erholung und Belustigung – aber oft auch darum, etwas zu lernen. Besonders deutlich zu sehen an den Quartett-Spielen, bei denen etwa Werkzeuge bestimmten Handwerkern zugeordnet werden mussten. Aus dem Handwerk kam vor allem die Spielidee des Hausbaus sowie der Wanderschaft der Handwerksgesellen, die sich gut in Würfelspiele umsetzen ließen. 

Selber spielen
Die Präsentation zeigt nicht nur Spielzeug – sie lädt die Besucher auch ein, selbst zu spielen. 
„Für das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist Spielzeug ein attraktives Ausstellungsthema, denn es bildet eine wichtige Quelle für die Handwerksgeschichte. An Spielsachen ist nachvollziehbar, wie sich die Berufe im Handwerk veränderten. Es dauerte nämlich oft nicht lange, bis neue handwerkliche Tätigkeiten und Maschinen im Spielwarengeschäft erhältlich waren“, erklärt Anke Hufschmidt. 


Quelle und weitere Infos: LWL Freilichtmuseum Hagen 
Einen Flyer zur Sonderausstellung findet ihr hier: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/LWL-Freilichtmuseum_Hagen/ 

 

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